Wichtige Hinweise fr Konstrukteure im Rahmen des Open-Source-Projektes
Stand Januar 2005



Vorgehensweise

Dass es Sinn und Zweck dieser bung ist, alle Fahrzeuge entsprechend Code 11 (siehe unten) zu bauen, mchte ich hier nochmals erwhnen. Wer allerdings etwas gegen Code 11 einzuwenden hat, kann natrlich auch in einem anderen Mastab bauen, nur sollte er mich darber informieren, damit es nicht ein heilloses Durcheinander gibt.

Wer wirklich vorbildlich bauen mchte, sollte sich zunchst am Vorbild orientieren und nur im Notfall an der Modellbahn. Manchmal ist es erstaunlich, dass selbst hnliche Fahrzeuge in kleinen Details voneinander abweichen - wo man es gar nicht vermutet. So ist beispielsweise die Anordnung der sen am Wagenboden von Baureihe zu Baureihe unterschiedlich. Aber auch bei Dachlftern, Trgriffen, Batterieksten, Drehgestellen, Bremsausfhrung (Scheiben/Klotzbremse/Magnetschienenbremse), Bremshebeln, Schlussleuchten, Trformen, Fensterrahmen, Zuglaufschildern und bei der Beschriftung sowieso kann es Unterschiede geben, die dem Laien gar nicht auffallen. Hingucken und genau recherchieren lohnt sich auf jeden Fall. Hilfreich ist dabei auf jeden Fall Fachliteratur, auch das Stbern im Internet ist manchmal sinnvoll.

Man sollte sich - sofern mglich - nie auf eine Quelle verlassen. Fr mich selber gelten bei der Kontrolle folgende Prioritten:
1. Recherchen am Objekt selber, sofern Zeit und Geld vorhanden und noch mglich
2. Studieren von Konstruktionszeichnungen, falls erhltlich
3. Studieren von Matabellen
4. Abgleich der Bauplne und Matabellen mit Vorbildfotos.

Ansonsten gilt auch hier Murphys Gesetz:
1. Es sieht in Wirklichkeit immer anders aus als auf dem Foto/in der Zeichnung.
2. Jede Vermutung ist grundstzlich falsch.
3. In jeder technischen Zeichnung ist mindestens ein Fehler.

Manchmal muss ich selber Fahrzeuge mehrmals neu bauen, weil irgendwelche Mae noch nicht stimmten. Tja ...


Allgemeines

Wer bestehende Serien weiterbauen mchte, sollte sich neben den Konstruktionsdaten in diesem Archiv auch die entsprechenden rol-Dateien (separates Archiv!) besorgen, weil dort die Referenzparameter eingetragen sind.

Die in den rol-Dateien eingestellte Gesamtlnge ist bei mir grundstzlich insgesamt 6 Einheiten grer als die Lnge ber Puffer - eine Manahme gegen unsauberes oder zu enges Kuppeln.

Die Konstruktionsdateien mit einem "_" davor sind nur fr Simplexe gedacht (ggf. kommen noch ein paar andere Dateien hinzu, wie etwa das Dach), die mit einem "&" sind fr die Drehgestelle vorgesehen. Im Windows-Explorer knnen die Dateien mit Ansicht -> Symbole anordnen -> nach Typ auf diese Weise sortiert werden. Simplexe besitzen brigens keine Fahrwerke.

NEU: Mit dem Erscheinen der Programme Collect und ViewEEEC von Detlev Schmidt gibt es weitere Dateien. Alle Dateien mit der Endung .dcol sind Beschreibungen des Aufbaus von Rollmaterial (.rol) oder Aufbauten (.mod). Letztere enthalten zustzlich den Hinweis "mod" am Ende des Namens. Mit Hilfe dieser Dateien kann der Zusammenbau der kon-Dateien in Vermindung mit dem Tool Collect.exe automatisiert werden. Alle Dateien mit einem "+" am Anfang beziehen sich auf Sondervarianten fr ViewEEEC. Die hieraus resultierenden Rollmaterialien mssen nach Fertigstellung in das Verzeichnis "ViewEEEC" kopiert werden. WICHTIG: In diesem Fall - also bei Voranstellung eines "+" - mssen die Rollmaterialien direkt ber die entsprechende dcol-Datei mit Collect.exe erzeugt werden. Einige Spezialeffekte fr ViewEEEC knnen NUR mit Collect.exe erzeugt werden!!! Die Montage ber den EEEC-Konstruktor ist NICHT mehr mglich. Daher sind alle mit einem "+" gekennzeichneten mod-Dateien ausschlielich zum versuchsweisen Ansehen im Konstruktor gedacht. Mglicherweise werde ich sie knftig sogar komplett weglassen.

In Zusammenhang mit ViewEEEC mssen auch die Datenbltter entsprechend angepasst werden. Nheres zu ViewEEEC und Collect erfahrt Ihr bei Detlev Schmidt oder bei mir (siehe unten).

Fr die Verffentlichung von Modellen im Rahmen des Open-Source-Projektes gelten die in "Wichtig - bitte lesen.txt" formulierten Bedingungen. Es wre schn, wenn Konstrukteure sich schon zu Beginn eines Projektes mit mir in Verbindung setzen knnten, um die Arbeit zu koordinieren. Bei dieser Gelegenheit knnen dann auch noch Unklarheiten beseitigt werden.


Reisezugwagen

Sollte jemand selber Speisewagen oder Wagen mit Vorzugsabteilen bauen wollen, so weise ich auf die grere Vorbildlnge von 27500 mm ber Puffer hin. Die Wagenbreite betrgt hier nur 2805 mm!

Bei den Drehgestellen habe ich die Generatoren weggelassen.

Fenster der UIC-Wagen - Die Breite der Fenster betrgt wie folgt:
- 2. Klasse alt und diverse Sonderwagen: 1000 mm
- 1. Klasse und 2. Klasse neu: 1200 mm
- 1. Klasse TEE/IC: 1400 mm
- Groraumwagen TEE/IC: 900 mm
- Toilettenabteile: 800 mm (manchmal auch 1000 mm)
Die Fensterhhe betrgt 940 mm.

Die verglaste Flche ist tatschlich nur um etwa 2 cm kleiner als die angegebenen Mae. Um die ueren Fenstermae zu erhalten, muss man daher 80 mm (= 8 Konstruktor-Einheiten) hinzurechnen. Bei der Hhe habe ich sogar 10 Einheiten hinzugerechnet, so dass man hier auf insgesamt 104 Konstruktor-Einheiten kommt. 

Bei einfarbigen Wagen ist bereits eine Trennlinie fr eventuelle zweifarbige Ausfhrungen eingebaut.


Gterwagen/Zweiachser

Zweiachser sind in der Regel wesentlich breiter als beispielsweise die 26,4-m-UIC-Wagen.

Ich habe die "Lenkachsen" aus der SU-Frhphase nicht mehr bernommen, stattdessen sind die Achsen fest mit dem Wagenkasten verbunden, im Rollmaterial-Dialog werden also keine "Drehgestelle" mehr geladen. Bei Simplexen war das ohnehin nie der Fall; hier knnen Achsen und Achshalter auch bei zweiachsigen Wagen entfallen.


Loks

Bei den Loks mangelt es vor allem noch an Dampfloks; im Gegensatz zu E- und Dieselloks wirken die vorhandenen Dampfloks gegenber Waggons im Code-11-Mastab meist zu wuchtig. Es fehlen in EEEC auerdem immer noch die seinerzeit recht alltglichen Baureihen 23, 24, 38, 41, 50, 62, 64, 65, 78 und 94. Vielleicht wre ja noch jemand interessiert, diese Lcken zu fllen ...?



Das Code-11-Manifest


Grundstzliches

Grundmastab ist 1:1,1, d. h. 1,1  EEEC-Meter bzw. 1100 Konstruktor-Einheiten sind 1 Vorbildmeter. Aus Grnden der Kompatibilitt zu bisherigen Modellen kann der Mastab in allen Dimensionen bis auf 1:1,12 erweitert werden. Mastabsverzerrungen (wie z. B. Verkrzungen) auerhalb dieses Toleranzbereiches sind nicht mehr zulssig. Jegliche Mastabserweiterungen sollen, falls notwendig, mglichst unauffllig geschehen (z. B. im Dachbereich oder Abstand SOK - Wagenboden). Rder sollen stets im Grundmastab angelegt werden. Die Breite von Eisenbahnwaggons richtet sich nicht mehr nach einem Einheitswert, sondern nach der tatschlichen Breite im Mastab 1:1,1. Dies fhrt dazu, dass vorbildgetreu (!) lngere Wagen schmler werden als krzere. Zweiachser werden demnach also fast immer breiter sein als Vierachser. Bisher war es eher umgekehrt.


Modelle fr ViewEEEC

Zur Anpassung der Spurweite sollen vereinfachte zweidimensionale Rder - also Rder ohne Laufflchen und Spurkrnze
- bei EEEC-Breitspur 100 EEEC-cm,
- bei Normalspur 84 EEEC-cm und
- bei Meterspur 60 EEEC-cm
in der auf 1:1,1 skalierten Endausfhrung von der Gleismitte entfernt liegen, so dass diese Rder bei Gleisen fr ViewEEEC etwa in der Mitte des Schienenkopfes laufen. Hierdurch wird ein optisch stimmiger Eindruck erzeugt.

Fr dreidimensionale Rder - also Rder mit Laufflchen und Spurkrnzen - knnen die Verhltnisse des Vorbilds exakt mastblich bernommen werden.


Straenfahrzeuge

Aus technischen und optischen Grnden mssen bei Straenfahrzeugen Verschiebungen vorgenommen werden.

Horizontale Verschiebung:
Die Lngs-Mittelache von Straenfahrzeugen wird generell um 1,32 EEEC-Meter (= 120 Konstruktor-Einheiten bei Anlegen der Konstruktionszeichnung im exakten Mastab 1:1,1 bzw. 1,20 Vorbildmeter) zum Straenrand hin verschoben. Bei LKWs und Bussen mit einer grtmglichen Breite von 2,75 EEEC-Metern (= 250 Konstruktor-Einheiten bei Anlegen der Konstruktionszeichnung im exakten Mastab 1:1,1 bzw. 2,50 Vorbildmeter) wrde in diesem Fall die linke Seite 5,5 EEEC-cm (= 5 Konstruktor-Einheiten bei Anlegen der Konstruktionszeichnung im exakten Mastab 1:1,1 bzw. 5 Vorbild-cm) ber die Straenmitte hinausragen.

Vertikale Verschiebung:
Die Fahrbahn der originren EEEC-Straen liegt nicht auf Hhe der Schienenoberkante (SOK = 1 EEEC-Meter), sondern nur auf 80 EEEC-cm Hhe, whrend die Fahrbahnhhe diverser als Immobilien erhltlicher Straenmodule zwischen 86 und 90 EEEC-cm schwankt. Straenfahrzeuge, die auf Hhe SOK belassen werden, "schweben" also 20 EEEC-cm ber der Fahrbahn, whrend solche, die auf EEEC-Straenhhe gesetzt werden, bei den Straenmodulen "einsinken" wrden. Als optischer Kompromiss werden alle Straenfahrzeuge um 11 EEEC-cm (bzw. 10 x 1,1 Konstruktor-Einheiten) gegenber SOK abgesenkt. So wird bei annhernd exakter Positionierung auf Straenmodul-Hhe gleichzeitig der "Schwebe"-Effekt auf originren EEEC-Straen abgeschwcht.


Benennung

Die Benennung sollte einheitlich erfolgen. Sie dient der leichten Auffindbarkeit, insbesondere in der Auswahlliste des Rollmaterial-Dialogs:
1. Abkrzung der Bahnverwaltung (bzw. Strab, Bus, Pkw etc.)
2. Obergattung/Reihe/Einsatzbereich
3. Untergattung/Baureihe/Nummer
4. Epoche (in rmischen Zahlen, gro) bzw. Zeitraumangabe
5. Fahrzeugteil/Serie/Farbe/Ausfhrung.

Da sich technisch keine Probleme ergeben, knnen Umlaute im Namen benutzt werden. Bei auslndischen Modellen kann eine bersetzung in die jeweilige Landessprache erfolgen.

Zur Vermeidung von Verwechslungen erfolgt eine Zusatzkennzeichnung:
- Handelt es sich berwiegend um eine Neukonstruktion und existiert bereits ein lteres Modell mit derselben oder einer hnlichen Bezeichnung, wird am Ende des Namens, abgetrennt durch ein Leerzeichen, ein "n" angehngt.
- Handelt es sich berwiegend um eine Umskalierung eines bereits vorhandenen Modells, wird am Ende des Namens, abgetrennt durch ein Leerzeichen, ein "u" angehngt.

Kein Postfix ist erforderlich, wenn
- ein Code-11-Modell ein reines Update ist und das Ursprungsmodell nicht mehr angeboten wird.
- es sich um ein vllig neues Modell handelt.
- sicher gestellt ist, dass innerhalb einer Modellreihe selbst bei einzelnen - auch fr die Zukunft geplanten - Modellen dieser Reihe keine Verwechslungsgefahr besteht. Bei Reihen sollte grundstzlich eine einheitliche Benennung entweder generell mit oder ohne Postfix erfolgen.
- ein Vorgngermodell nach einem vllig anderen Schema benannt wurde. Vorzugsweise sollte - in Absprache mit dem Erbauer des Ursprungsmodells - fr Code-11-Modelle immer das o. g. Einheitsschema benutzt werden.

Beispiele:
- DB Nah Bnrzb 724 III n
- DB Gter Gs 212 III alt
- Strab KR GT6 60er A-Teil
- Tram SNCV ART Serie 2 cr-g

Die Benennung von Simplexen und ViewEEEC-Modellen ist identisch mit der des EEEC-Standardmodells.



Die Code-11-Plakette

Diese Plakette liegt als GIF-Grafik bei und kann von allen Konstrukteuren (z. B. auf Webseiten) bernommen werden, um (ausschlielich) Modelle zu kennzeichnen, die entsprechend dem Code-11-Manifest gebaut sind. Sie kann auch von meiner Website ber den Browser mit der rechten Maustaste "Bild speichern unter" bzw. "Grafik speichern unter" kopiert werden.



Werner Khler
E-Mail: w_koehler@arcor.de
Homepage: http://home.arcor.de/w_koehler/
